Rezension zu Niemand wird sie finden von Caleb Roehrig

Hallo ihr Lieben!

Heute kommt mal wieder eine Rezension von mir zu dem Buch " Niemand wird sie finden " von Caleb Roehrig, danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar! :)
Das Buch ist eines meiner wenigen " Thriller ", die ich gelesen habe, aber ich nehme mir vor, demnächst mal mehr aus dem Genre zu lesen!



Titel: Niemand wird sie finden
Originaltitel: Last Seen Leaving
Autor:Caleb Roehrig
Verlag: cbj
Seiten: 416
Preis: 14,99
Altersempfehlung: 14 Jahre
ISBN: 978-3-570-17334-3
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Inhalt:

 
Zwei können ein Geheimnis bewahren – wenn einer von beiden tot ist
 

Flynns Freundin January ist verschwunden. Die Polizei vermutet ein Verbrechen und stellt Fragen, die Flynn nicht beantworten kann. Alle Augen sind auf ihn gerichtet, schließlich war – ist – er ihr Freund und sie waren in der Nacht vor ihrem Verschwinden zusammen …
 

Ein grausamer Mord scheint die naheliegende Erklärung zu sein. Doch die Aussagen von Mitschülern und Freunden zeichnen ein völlig fremdes Bild von dem Mädchen, das Flynn so gut zu kennen glaubte. Er muss herausfinden, was mit January geschehen ist, ohne dabei zu verraten, dass er ebenfalls ein Geheimnis hat. Vor seinen Eltern. Vor seinen Freunden. Und vor allem vor sich selbst …

Meinung:

Gleich zu Beginn des Buches findet Flynn, der Protagonist, einen Polizeiwagen vor seinem Haus vor und tritt mit einem mulmigen Gefühl hinein. Daraufhin erfährt er den Grund des Besuches: Seine Freundin January ist verschwunden und niemand hat eine Ahnung, wo sie stecken könnte. Anfangs denkt er sich nichts dabei, schließlich könnte sie einfach abgehauen sein, was wegen des vielen Stresses bei ihr zu Hause nicht verwerflich wäre, doch nach und nach werden Dinge aufgedeckt, die ihr Verschwinden auf einen Mord führen lassen, und es kommt noch schlimmer, als Flynn lernen muss, dass January längst nicht die war, die er zu kennen geglaubt hatte.
Die Idee des Buches hat mich sofort angesprochen und im Nachhinein mochte ich sie sehr gerne, auch wenn sie nichts Spektakuläres oder Neues ist. Zum einen sind einige Thrilleraspekte enthalten, wobei es eher einem Jugendthriller ähnelt, weil es nicht allzu gruselig ist, zum anderen geht es in dem Buch aber auch um das Erwachsenwerden und darum, mit sich im Einklang zu werden. Der Protagonist besucht Orte und findet Menschen auf, die January mal erwähnt hat, um vielleicht Hinweise darauf zu finden, wo sie steckt oder was ihr passiert ist und das hat im Laufe des Buches Spannung aufgebaut, weil jede Person January von einer anderen Seite kennengelernt hat und man viele Dinge über sie erfahren hat, von denen selbst Flynn nichts wusste. Dabei wird man aber auch mit Flynns Problemen konfrontiert, zum Beispiel versucht er zu verdrängen, dass er ganz offensichtlich schwul ist, und versucht dies als eine " Teenagerphase " abzutun. Trotzdem kann er seine Gefühle nicht einfach ändern und so bahnt sich im Buch langsam eine kleine Liebesgeschichte an, die meiner Meinung nach mit all den Ängsten von Flynn sehr realistisch dargestellt wurde.
Flynn mochte ich sehr gerne, da er mir wie ein ganz normaler Teenager erschien mit all den Gedanken und Problemen, die Teenager nunmal haben, und dadurch fiel es mir sehr leicht, mich mit ihm zu identifizieren, auch wenn er ein Junge ist. Außerdem gefiel mir seine Charakterentwicklung im Buch, da er anfangs eher noch der unsichere Junge war, mit Zweifeln und einer Persönlichkeitskrise, zum Schluss akzeptierte er sich aber so, wie er war und versuchte nicht mehr, sich zu ändern oder seine Gefühle und Gedanken zu verdrängen. 
Kaz gegenüber war ich anfangs etwas misstrauisch, weil ich erst mit jedem als Mörder gerechnet habe, später fand ich ihn aber total toll und süß. Dadurch, dass er Flynn öfters geholfen, ihm immer zugehört und in gewisser Weise auf dem Weg zur Selbstakzeptanz begleitet und in die richtige Richtung geführt hat, wurde er mir umso sympathischer, ich hätte mir nur gewünscht, vielleicht ein wenig mehr über ihn zu erfahren.
Meine Meinung zu January ist sehr gespalten, denn zum einen erinnert sie mich nur an ein Mädchen, das verzweifelt ist und nicht weiß, an wen es sich wenden soll, zum anderen kann ich Vieles, was sie getan hat, aber auch nicht nachvollziehen, wie die große Wut auf ihre Familie, die vielen Lügen, die sie über ihre Freunde verbreitet hat und so weiter. Trotzdem tat sie mir an manchen Stellen leid, weil sie viel erlebt hat und das keiner verdient.
Wie schon gesagt, fand ich die Liebesgeschichte sehr realistisch dargestellt, zum einen wegen Flynns Ängsten oder Bedenken, aber auch, weil sie ein natürliches Tempo hatte und nicht zu schnell ging oder überstürzt wurde.

"Manchmal ist es eben schwer zu verkraften, wenn sich über Nacht das ganze Leben ändert. Selbst wenn es sich zum Besseren zu verändern scheint." - Seite 151, Flynn
 
Anfangs war das Buch noch etwas langweilig, später wurde es, wie bereits erwähnt, aber spannender und das Ende hat mir sehr gut gefallen, da dort alles aufgedeckt und alle Fragen beantwortet wurden und es sehr spannend war. Was sich auf den letzten Seiten dann noch herausstellte, hat mich sehr überrascht, damit hätte ich echt gar nicht gerechnet und ich fand es sehr cool, weil es nichts Typisches war. Der Autor hat den Leser in eine Richtung geführt und da keine widersprüchlichen Dinge geschahen, war ich der Meinung, dies wäre der Ausgangspunkt, bis die Geschichte unerwartet und so kurz vorm Ende nochmal eine andere Richtung einschlug. Dafür war für mich der Mörder schon sehr schnell klar, da Flynn ihn , als er die Verdächtigen nach und nach besuchte, gar nicht in Erwägung zog, obwohl es, meiner Meinung nach, komplett logisch war, der Person wenigstens auch zu misstrauen und damit hat der Autor sich irgendwie selbst verraten.
Die Struktur des Buches war sehr übersichtlich und sogesagt unterteilt in das " Hier und Jetzt " und das " Davor ", also als January noch nicht verschwunden war und viel mit Flynn unternahm, und als sie verschwunden war. Dabei kamen die Rückblicke immer an einer passenden Stelle, sodass sich das Herumgewechsel von Vergangenheit und Gegenwart flüssig lesen ließ und nicht irgendwie den Lesefluss störte oder so.
Der Schreibstil des Autors war nichts herausstechendes, aber sehr angenehm zu lesen und den Titel für das Buch finde ich perfekt gewählt. Zuerst habe ich mir nichts dabei gedacht, aber jetzt, wo ich das Buch beendet habe, verstehe ich die Bedeutung dahinter.

Fazit:

" Niemand wird sie finden " von Caleb Roehrig ist für einen Debütroman, trotz einiger Schwächen, sehr gelungen, und ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für Geschichten interessiert, die um das Erwachsenwerden und über Morde handeln, dabei sollte sich aber keiner auf eine allzu gruselige Geschichte einstellen, das Buch ist also perfekt für Leser, die vielleicht erst in das Genre " Thriller " einsteigen möchten und etwas Leichtes suchen. Ich vergebe 4 von 5 Sterne!

Liebste Grüße,

Julia  




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